In der Nordsee gibt's mehr Krebs-Arten als bisher gedacht - und zwar von den winzigen Ruderfußkrebsen.

Die sehen ähnlich aus wie Garnelen, sind allerdings kleiner als einen Millimeter. Sie gehören zu den häufigsten tierischen Nordsee-Bewohnern. Dadurch sind Ruderfußkrebse auch ein wichtiger Teil der Nahrungskette im Nordsee-Ökosystem.

Für die aktuelle Studie hat das Forschungsteam Ruderfußkrebse aus verschiedenen Nordseegebieten genauer untersucht. Dabei kam raus, dass die Tiere nicht wie bisher gedacht alle zu einer Art gehören, sondern zu fünf verschiedenen.

Die Forschenden sagen im Fachmagazin Marine Biodiversity, dass diese Ruderfußkrebse zu sogenannten kryptischen Arten gehören, das heißt: Sie lassen sich äußerlich kaum auseinanderhalten, aber unterscheiden sich deutlich in ihrem Erbgut. Vermutlich besetzen die Tiere auch unterschiedliche Nischen in der Nordsee - deshalb gilt diese Entdeckung als ökologisch wichtig.

Ruderfußkrebse gelten auch als Indikator dafür, welche Auswirkungen wir Menschen und der Klimawandel auf das Meer haben. Sie bauen organisches Material ab und werden häufig genutzt, um den Zustand von Meeresböden zu bewerten.

Die Studie ist Teil der Forschungsinitiative Unbekanntes Deutschland, in der es darum geht, mehr über die tatsächliche Artenvielfalt bei uns rauszufinden.