Vielleicht mal nicht den Fingerabdruck nehmen, sondern einfach die Zunge rausstrecken?
Wäre wohl möglich, weil unsere Zunge individueller ist als gedacht, hat ein Wissenschaftsteam der Uni Edinburgh festgestellt. Es schreibt im Fachmagazin Scientific Reports: Auf unserer Zungenoberfläche finden sich kleine Knospen, so genannten Papillen. Davon gibt es zwei verschiedene Arten: Etwas größere, in denen die Geschmacksknospen stecken, und etwas kleinere, mit der unsere Zunge alles, was wir in den Mund stecken, erfühlen kann. Aber: Selbst unter dem Mikroskop sind diese Papillen nur schwer erkennbar.
Deshalb hat jetzt eine KI geholfen: Sie hat anhand von 15 Zungenscans gelernt, die Papillen zu unterscheiden und zu verorten. Schon bei den 15 Scans stellte das Team fest: Die Zungen waren sehr unterschiedlich - jede Zunge hatte eigene Besonderheiten. Dann bekam die KI eine einzige Papille gezeigt. Ergebnis: Mit einer Genauigkeit von 48 Prozent konnte die KI die dazugehörige Zunge ausmachen. Deshalb konnte die KI auch relativ gut an nur einer Papille die dazugehörige Zunge erkennen. Auch das Geschlecht und das Alter ließen sich anhand einzelner Papillen erkennen.
Die Forschenden glauben, dass sich irgendwann mal nur mit einem Scan unserer Zungenoberfläche ein Speiseplan erstellen lässt, der uns schmeckt.
