Jetzt hat sich die Invasion aber verlangsamt. Das sagt der Schweizer Umweltwissenschaftler Piet Spaak. Er erforscht die Art für ein internationales Bodensee-Projekt und hat festgestellt, dass es kein exponentielles Wachstum der Quagga-Muscheln mehr gibt. Grund für Entwarnung ist das aber nicht: Der Seegrund ist bis auf 30 Meter Tiefe komplett zugewachsen. Laut dem Forscher kann die Muschel sich also nicht mehr schnell weiter ausbreiten. Im tieferen Wasser sei es ihr noch zu kalt - aber auch da sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Muschel dort breit macht.
Quagga-Muscheln kamen ursprünglich aus den Flüssen rund ums Schwarze Meer. Die Larven der Muschel heften sich an Boote und breiten sich so weiter aus. Sie sind zu einem ökologischen und wirtschaftlichen Problem geworden. Sie machen den Bodensee nährstoffärmer, verstopfen Rohre und Wasserleitungen, und Anker und Schiffsrümpfe müssen ständig von den Muscheln gereinigt werden.
Die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg hat deshalb letztes Jahr eine Studie in Auftrag gegeben. Gesucht werden natürliche Fressfeinde. Große Hoffnungen setzt sie auf Rotaugen - kapfenartige Fische, die die Muscheln knacken können. Davon gibt es aktuell zu wenige im Bodensee. Wie man das ändern kann, auch das soll die Studie klären.
