Wenn Bonobos ins Wasser hüpfen und am Grund herumtasten, dann suchen sie wahrscheinlich eins: Unterwasserkräuter.

Warum diese Kräuter unter den Affen so heiß begehrt sind, hat ein Forscher vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie zusammen mit Kollegen herausgefunden. Sie haben Bonobos in Sümpfen in der Demokratischen Republik Kongo beobachtet. Eine Analyse der Wasserpflanzen ergab: Sie enthalten sehr viel Jod. Das Spurenelement ist wichtig für die Gehirnentwicklung und höhere kognitive Fähigkeiten.

Bisher wusste man nur vom Menschen, dass er gezielt jodhaltige Nahrung zu sich nimmt. Einer der beteiligten Anthropologen erklärt, dass die menschliche Evolution wahrscheinlich vor allem an Meeresküsten Sprünge gemacht hat, wo der Speiseplan jodreich war. Die jodhaltigen Pflanzen in Sümpfen könnten erklären, wie Menschen sich weit weg von der Küste mit dem Spurenelement versorgt haben. Auch bei Schimpansen und Gorillas hat man laut dem Forscher beobachtet, dass sie Wasserpflanzen fressen.