Worte können mächtig sein, vor allem Worte von mächtigen Leuten. Zum Beispiel die vom ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro.

Laut einem internationalen Forschungsteam hat Bolsonaro mit seinen Äußerungen die Abholzung im Amazonas-Regenwald verstärkt. Konkret haben sich die Forschenden Social Media Posts von Bolsonaro und seiner Regierung angesehen, aus dem Jahr 2019. Darunter waren knapp 40 Posts, in denen mehr oder weniger deutlich gesagt wurde, dass keine Strafe droht, wenn Menschen oder Unternehmen geschützte Regenwaldgebiete abholzen. Laut der Untersuchung sprach sich das schnell herum. Und in vielen Gemeinden wurde kurz nach den Posts tatsächlich mehr Regenwald abgeholzt.

Das Forschungsteam schreibt im Journal of Politics: Bolsonaros Posts haben wahrscheinlich die Erwartungshaltung der Menschen verändert, was die Bestrafung bei Verstößen gegen Umweltschutzgesetze angeht. Denn die Gesetze selbst wurden nicht verändert.