Sitzen ist das neue Rauchen, heißt es manchmal, um zu betonen, wie ungesund unser Dauer-Sitzen im Büro-Alltag sein kann.
Warum also nicht klein anfangen und zumindest in Meetings stehen? Genau das haben britische Forscher 25 Testpersonen ausprobieren lassen. Sie wollten wissen, wie es für sie ist, eine selbst gewählte Zeitlang zu stehen, während andere sitzen. Die Forscher sagen, die meisten Teilnehmer hätten die Situation wie ein soziales Minenfeld empfunden, als würden sie ungeschriebene Regeln brechen. Sie fühlten sich den Sitzenden gegenüber unbeholfen, sichtbarer und fürchteten, als aufmerksamkeitsgeil wahrgenommen zu werden. Manche blieben deswegen an der Seite stehen oder ganz hinten im Raum oder sie setzten sich schnell wieder hin. Es gab aber auch positive Rückmeldungen: Viele Testpersonen sagten, dass sie sich stehend stärker an dem Meeting beteiligt hätten. Außerdem hätten sie eher auf die Zeit geachtet. Moderatoren fühlten sich selbstsicherer und kraftvoller.
Die Forscher raten Unternehmen, darum zu bitten, dass wenigstens der jeweilige Redner in Meetings aufstehen soll. Noch besser sei es, Konferenzräume mit Stehtischen einzurichten.
