Die Zahl der Darmkrebsfälle bei jüngeren Menschen in Deutschland steigt.

Das berichtet ein Team unter anderem vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Besonders betroffen ist laut der Studie vor allem die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Da gibt es bei den Männern pro Jahr über drei Prozent mehr Neudiagnosen, und bei Frauen fast vier Prozent. Bei den 30- bis 39-Jährigen waren es um die zwei Prozent Anstieg.

Einen Grund dafür, die Vorsorge anzupassen, sehen die Fachleute aber nicht. Sie sagen, dass ein Großteil dieser Fälle jetzt schon eine gute Prognose hat, zum Beispiel, weil die Tumoren früh erkannt werden oder Betroffene wenig Begleitkrankheiten haben. Vorgezogene Früherkennungsuntersuchungen bräuchte es deswegen nicht. Das sehen auch nicht-beteiligte Forschende ähnlich.

Was sind die Gründe?

Die Gründe dafür, warum bei jüngeren Menschen mehr
Darmkrebserkrankungen diagnostiziert werden, bleiben laut dem Team
unklar. Eine Vermutung ist: der geänderte Lebensstil. Zum Beispiel, was
Bewegung, Ernährung und Medikamenteneinnahme angeht. Darmerkrankungen
hängen laut den Forschenden generell mit Faktoren wie Bewegungsmangel
und ungesunder Ernährung zusammen.

Die Studie merkt auch an, dass die Häufigkeit von Darmkrebs insgesamt
über alle Altersgruppen hinweg in vielen Ländern - einschließlich
Deutschland - schon seit mehreren Jahrzehnten sinkt.

Für ihre Studie hat die Forschungsgruppe Krebsregisterdaten aus neun
Bundesländern und dem Landkreis Münster von 2003 bis 2023 ausgewertet.