Es gibt Preise, über die freuen sich die Empfänger eher weniger.
Zum Beispiel die BigBrotherAwards, die der Datenschutzverein Digitalcourage am Freitagabend an ausgewählte "Datenkraken" vergeben hat. Der Lifetime-Award geht an das Bundesamt für Verfassungsschutz - mit der Begründung, dass die Behörde konsequent Datenschutz- und Bürgerrechte verletzt und immer mehr Befugnisse bekommt.
In der Kategorie Wirtschaft geht der Negativpreis an die Petitionsplattform Change.org. Die Datenschützer kritisieren, change.org nutze die Nutzerdaten der Unterzeichner für die Vermarktung. Ein Vertreter von Change.org war bei der Verleihung anwesend und verteidigte sich gegen die Kritik. Auf Change.org gibt es auch einen Blog-Eintrag, der zu der Preisverleihung Stellung nimmt.
"Die Verleihung des eigentlich renommierten Big Brother Awards an Change.org hat uns überrascht."
Drei weitere BigBrotherAwards gehen an:
- die Berliner Verkehrsbetriebe, wegen ihrer E-Tickets
- an die Generali-Versicherung, wegen eines fragwürdig betriebenen Bonuspunkte-Systems
- und an IBM, für die Entwicklung der Software "Social Dashboard", mit der Firmen das Sozialverhalten ihrer Angestellten kontrollieren können.
Außerdem kritisieren die Datenschützer in der Kategorie Neusprech das Wort "Datenreichtum", weil es die Gefahren verschleiert, wenn man zu unvorsichtig mit seinen Daten umgeht.
