Wer sich gegen Corona impfen lässt, schützt sich damit selbst vor einer schweren Corona-Erkrankung - unklar ist bisher aber, ob eine geimpfte Person Viren weitergeben könnte, wenn sie sich ansteckt, und wie viel.
Jetzt haben britische Forschende untersucht, wie hoch die mögliche Viruslast bei Geimpften ist, die mit der hochansteckenden Delta-Variante infiziert sind. Darüber berichtet der Guardian. Für die Studie wurden die Ergebnisse von fast 3,5 Millionen Nasen- und Rachenabstrichen bei Erwachsenen in Großbritannien analysiert. Davon stammte der größere Teil aus der Zeit, bevor die Delta-Variante begann, sich durchzusetzen, und ein Teil aus der Hoch-Zeit von Delta.
Auch Geimpfte sollten Maske tragen
Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Viruslast - also die Menge des Coronavirus, die sich bei einem Abstrich zeigt - bei Geimpften ähnlich hoch war wie bei Ungeimpften. Ähnliches hatte schon eine kleine US-Studie gezeigt. Deshalb empfiehlt die auch, dass Geimpfte weiterhin eine Maske in Innenräumen tragen sollten. Die britischen Forschenden betonen, dass das nichts darüber aussagen muss, wie viele Viren eine Person dann auch weitergeben kann. Es sei zum Beispiel möglich, dass Geimpfte mit Delta vielleicht nur sehr kurz eine hohe Viruslast hätten.
Impfung mit Biontech oder AstraZeneca bietet guten Schutz vor Erkrankung
In der Studie zeigte sich außerdem, dass zwei Impfungen mit Biontech/Pfizer oder AstraZeneca guten Schutz vor einer schweren Erkrankung durch die hochansteckende Delta-Variante bieten. Die Effektivität der beiden Impfstoffe unterscheide sich anfangs - der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei zunächst 15 Prozent effektiver gegen eine Corona-Infektion - aber etwa vier bis fünf Monate nach der zweiten Impfung sei die Schutzwirkung relativ gleich.
Die Studie wurde noch nicht von anderen Forschenden begutachtet.
