Möglicherweise ist auch der Waschbär gerade auf dem Weg, in den USA domestiziert zu werden - ganz ohne aktives Zutun des Menschen. Das schreibt ein Wissenschaftsteam in den Frontiers in Zoology. In den USA leben Waschbären oft in der Nähe menschlicher Siedlungen. Dort gibt es Essensreste und Schutz vor großen Raubtieren. Die Waschbären gewöhnen sich auch an die Menschen. Der Fluchtreflex geht zurück.
Einer wisschenschaftlichen Theorie zufolge begünstigt das, dass mehr Tiere überleben, die weniger aggressiv sind. Dahinter steckt ein bestimmter Zelldefekt. Der sorgt gleichzeitig dafür, dass sich das Aussehen verändert, zum Beispiel haben zahmere Tiere kürzere Schnauzen.
Die Forschenden haben 19.000 Bilder von Waschbären ausgewertet. Tatsächlich hatten viele Waschbären, die in der Nähe von Menschen wohnten, eine relativ kurze Schnauze. Andere typische Haustier-Merkmale wie ein geschecktes Fell waren laut dem Team aber nicht zu erkennen.
