Was können wir am besten tun gegen Einsamkeit?

Diese Frage soll bald ein Wissenschaftsteam europaweit erforschen - und zwar im Auftrag der Europäischen Union. Ziel ist, dass die Forschenden faktenbasiert Empfehlungen geben, was die Politik konkret tun sollte, um Einsamkeit in der Bevölkerung vorzubeugen.

Koordiniert wird das Projekt namens "Lonely EU" von einer deutschen Psychologin von der Ruhr-Uni Bochum. Die Uni hat einen Schwerpunkt auf der Erforschung von Glück, Wohlbefinden und Einsamkeit. Laut ihr sollen vorhandene Daten aus verschiedenen Ländern sinnvoll zusammengeführt und ausgewertet werden. Dadurch könnten dann Bedingungen und Folgen von Einsamkeit genauer untersucht werden.

Einsamkeit birgt viele Risiken

Schon bekannt ist laut der Uni, dass rund 13 Prozent der Menschen in der EU betroffen sind von Einsamkeit. Außerdem ist klar, dass Einsamkeit und soziale Isolation sich sehr negativ auf die mentale und körperliche Gesundheit auswirken. Sie können sogar die Sterblichkeit erhöhen. Zusätzlich kann Einsamkeit auch das Vertrauen in Institutionen verringern und die soziale Teilhabe und Produktivität einschränken.

Das Forschungsprojekt mit der Langbezeichnung "The Social Isolation and Loneliness in Europe Network: Evidence-Based Policy Recommendations on its Causes, Consequences, and Monitoring" ist angelegt auf drei Jahre und soll im Februar 2025 beginnen. Die Europäische Kommission fördert es mit drei Millionen Euro. Beteiligt sind außer der Ruhr-Uni Bochum auch Forschende aus den Niederlanden, Frankreich, Italien und Polen.

Aus den Ergebnissen von "Lonely EU" soll später ein Netzwerk entstehen, das als Plattform funktioniert für Austausch und Zusammenarbeit.