Belgien will jetzt prüfen, ob es im eigenen Land abbaubare natürliche Vorkommen von Wasserstoff hat. Sogenannter weißer Wasserstoff entsteht auf natürliche Weise durch chemische Reaktionen, z.B. zwischen Wasser und Mineralien, und lagert sich dann unterirdisch ab. Entsprechende Vorkommen sind aus Frankreich kurz hinter der Grenze bekannt. Belgien hofft, dass sie bis ins eigene Staatsgebiet reichen. Der Klimaminister Jean-Luc Crucke sagt, vor kurzem galt weißer Wasserstoff noch als Utopie. Heute sei es eine strategische Chance, die man mit Ehrgeiz, aber auch mit Vorsicht untersuchen müsse. Die belgische Regierung hat 1,5 Millionen Euro für ein Erkundungsprojekt freigegeben. Theoretisch könnten dafür auch EU-Fördermittel beantragt werden.
Bisher wird Wasserstoff vor allem aus fossilen Energien wie Erdgas gewonnen oder per Elektrolyse aus Wasser. Auch in Deutschland könnte es natürliche Wasserstoffvorkommen geben - laut einem Bergbau-Experten stehen die Chancen im sächsischen Erzgebirge gut. International sind auch Vorkommen in Mali, Australien oder Sibirien bekannt.
