Erdmännchen gehören zu den Publikums-Magneten im Zoo.

Allerdings sind die Tiere in Gefangenschaft wohl sehr viel weniger nett zueinander als in freier Wildbahn.

Ein Forschungsteam hat das Verhalten der Tiere in 13 Zoos in Mexiko und Großbritannien untersucht und mit Beobachtungen wildlebender Erdmännchen in Südafrika verglichen. Dabei kam heraus: Im Zoo gab es aggressiveren Streit ums Futter, die Tiere waren sehr viel wählerischer bei der Entscheidung, wem sie das Fell pflegten und die sozialen Bindungen erwiesen sich als weniger stabil.

Das liegt laut den Forschenden wahrscheinlich daran, dass Erdmännchen in Gefangenschaft nicht so sehr auf funktionierende Gruppennetzwerke angewiesen sind, um zu überleben. Im Zoo ändern sich die Lebensbedingungen kaum, deshalb können die Tiere ihre sozialen Beziehungen freier anpassen, ohne Zugang zu Futter, Paarungsmöglichkeiten oder den Schutz vor Raubtieren einzubüßen.

Die Forschenden fordern, dass stärker daran geforscht wird, welche Bedeutung das natürliche soziale Verhalten für das Wohlergehen der Erdmännchen hat, damit man die Haltungsbedingungen in Zoos artgerechter gestalten kann.