Nach Berechnungen eines Teams von der Uni Wien und der ETH Zürich ist das zwar nur eine Mini-Verlängerung: etwa 1,33 Millisekunden pro Jahrhundert. Aber seit dem Jahr 2000 ist diese Veränderung wohl deutlich stärker als in den dreieinhalb Millionen Jahren davor.
Grund für die leicht verlängerten Tage ist, dass der Klimawandel die Erdrotation leicht abbremst. Denn durch die Erderwärmung schmilzt das Eis an den Polen und das Wasser fließt Richtung Äquator. Dadurch gibt es um die Erdmitte mehr Masse und das bremst. Die Forschenden vergleichen das mit einer Pirouette beim Eiskunstlauf, die mit ausgestreckten Armen ja auch langsamer wird. Dieser Effekt verstärkt laut den Fachleuten die natürliche Bremswirkung, die der Mond auf die Erdrotation hat.
Die Veränderung könnte bei der Raumfahrt eine Rolle spielen. Da ist man auf absolut genaue Infos zur Erdrotation angewiesen, und berechnete Modellwerte müssten vielleicht an tatsächliche Messwerte angepasst werden.
