So ein Massengrab hat jetzt vielleicht eine Forschungsgruppe in der Nähe vom Erfurter Zoo entdeckt. Das Besondere daran: Die Fachleute haben gezielt danach gesucht, nachdem sie in historischen Dokumenten darüber gelesen hatten. In den Quellen stand, dass während der Pest um das Jahr 1350 mehr als 12.000 Tote außerhalb der Stadtmauern in großen Gruben beerdigt wurden, unter anderem nahe dem früheren Ort Neuses. Heute gibt es da ein kleines Wäldchen und dort haben die Forschenden Bohrkerne aus dem Boden geholt. Darin fanden sie auch Brüchstücke menschlicher Knochen aus dem 14. Jahrhundert.
Wenn der Fund die Quellen bestätigt, wäre es das größte bekannte Pestgrab Europas. Der Standort weit außerhalb der Stadt und mit trockenen Böden wurde laut den Forschenden wahrscheinlich deshalb gewählt, weil die Menschen Angst vor vermeintlich krankmachenden Verwesungsdämpfen hatten. Und weil das Dorf einen Friedhof hatte, sodass die Seelen der Pesttoten nach der christlichen Vorstellung nicht direkt ins Fegefeuer kamen.
