Impfungen zählen zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen der öffentlichen Gesundheit. Und jahrzehntelang gingen die Impfquoten für Kinder in Europa immer weiter nach oben - jetzt gibt es in einigen EU-Ländern einen gegenläufigen Trend.

Eine Studie im Fachmagazin The Lancet Regional Health - Europe zeigt, wie sich sieben unterschiedliche Kinder-Impfungen in den letzten Jahren entwickelt haben. Das Forschungsteam hat sich in seiner Studie Daten von der Weltgesundheitsorganisation und Unicef angeschaut, aus den Jahren 1980 bis 2024.

Konkret ging es um die Impfraten für sieben Routine-Impfungen für Kinder, zum Beispiel Diphterie, Tetanus, Hepatitis B, Polio und Masern. Heraus kam: In den meisten EU-Ländern hat sich das Ganze in den letzten paar Jahren überwiegend zum Schlechteren entwickelt. Luxemburg und Portugal waren die einzigen EU-Länder, in denen bei allen sieben Impfungen eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 Prozent erreicht wurde.

Auch in Deutschland kein "Herdenschutz" mehr

In Deutschland lag die Durchimpfungsrate für die Kinderkrankheiten dagegen zuletzt größtenteils unter der 95-Prozent-Schwelle. Fällt die Durchimpfungsrate unter 95 Prozent, können laut den Fachleuten vermeidbare Krankheiten wieder mehr auftreten. Gefährdet sind dann vor allem Säuglinge, ältere und immungeschwächte Menschen.

Dass die Impfquoten in so vielen Ländern wieder sinken, führt das Forschungsteam unter anderem auf Falschinformationen zurück. Oft begann der Rückgang zwischen 2019 und 2022, also während der Corona-Pandemie und in der Zeit danach.