Wie viel Energie und Ressourcen sollte ein Lebewesen investieren, um sich Dinge zu merken?

Mit dieser Frage und einer - sozusagen - Kosten-Nutzen-Analyse von Gedächtnis beschäftigt sich eine Studie im Fachmagazin Physical Review Letters.

Ein Forschungsteam in Japan hat dafür ein mathematisches Modell entwickelt. Das zeigt: Hat ein Organismus sehr knappe Ressourcen, lohnt sich ein Gedächtnis nicht. Deshalb reagieren solche Lebewesen rein auf aktuelle Reize. Haben sie aber viele Ressourcen zur Verfügung, schaltet die Entscheidungsstrategie klar um - und nutzt Erinnerungen.

Besonders nützlich ist ein Gedächtnis, wenn Sinneseindrücke unsicher sind. Bei extrem klaren Eindrücken bringt Erinnern einem Organismus dagegen kaum Vorteile.

Die Forschenden schreiben, dass sich ihre Ergebnisse mit Experimenten zum menschlichen Verhalten decken. Und sie helfen, zu verstehen, wie komplexe Gehirne in der Evolution entstehen konnten.