Unsere Hände sind im Laufe von 500 Millionen Jahren aus den Rückenflossen unserer fischigen Vorfahren entstanden. Diese Entwicklung war für die Forschung bisher rätselhaft: Denn eine Rückenflosse ist vollkommen symmetrisch.

Unsere Hände allerdings haben eine eindeutige Ober- und Unterseite: Handfläche und Handrücken. Wie es zu dieser Differenzierung von oben und unten kam, zeigt eine neue Studie im Fachmagazin Molecular Biology and Evolution.

Forschende fanden heraus, dass ein bestimmtes Gen im Laufe der Evolution neue Aufgaben bekommen hat. Bei der Rückenflosse von Fischen sorgt es dafür, dass die Nerven richtig mit der Rückenflossenmuskulatur verbunden sind. Dasselbe Gen sorgt bei uns Menschen dafür, dass sich im Embryonalstadium unsere Hände ausformen. Zellen in denen das Gen aktiv ist, entwickeln sich zum Handrücken. Zellen, in denen es inaktiv ist, werden Teil der Handfläche. Die Natur hat also keine neuen Gene entwickelt, sondern alte einfach umfunktioniert.