Dafür müssten wir nämlich unseren Stoffwechsel und die Körpertemperatur deutlich runterfahren, um Energie zu sparen. Viele Säugetiere und Vögel machen das aber, manche monatelang wie Igel oder Siebenschläfer, andere jeden Tag für ein paar Stunden wie Kolibris. Wissenschaftlich heißt das Torpor. Ein internationales Forschungsteam der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung hat jetzt mehr als 1300 Vogel- und Säugetierarten analysiert und nachgewiesen, dass sich verschiedene Arten des Torpors bei verschiedenen Tiergruppen mehrfach und unabhängig voneinander entwickelt haben.
Maus im Winterschlaf bei minus 2 Grad
Vor allem kleine Tiere haben gelernt, in den Energiesparmodus zu wechseln. Große Säugetiere bräuchten zu viel Energie, um ihre Systeme wieder hochzufahren. Eine Ausnahme sind Winterschlaf haltende Bären. Sie senken ihre Körpertemperatur allerdings nur auf etwa 30 Grad Celsius ab – bei der Haselmaus dagegen kann sie auf bis zu minus 2 Grad Celsius fallen. Ebenso wichtig sind das Fressverhalten und ob das Nahrungsangebot saisonal schwankt. So halten einige Fledermäuse immer dann Winterschlaf, wenn das Insektenvorkommen am niedrigsten ist.
Die Forschungsergebnisse sind auch wichtig, um vorherzusagen, wie Winterschlaf haltende Tiere auf Umweltveränderungen reagieren, beispielsweise durch den Klimawandel. Vor Kurzem zeigte eine andere Untersuchung, dass das selbst innerhalb von Tieren, die eng zusammenleben, sehr unterschiedlich sein kann. Von fünf Igeln, die in England einen Winter lang beobachtet wurden, begann der erste seinen Winterschlaf schon bei 19 Grad im September. Der letzte erst bei minus 6 Grad Mitte Dezember.