Der Mensch als Krone der Schöpfung - von diesem alten Bild kommen wir immer mehr weg. Vielleicht ist auch unsere Sprache weniger einzigartig als gedacht.

Das schließt das Team hinter einer Studie im Fachjournal Science Advances aus genaueren Untersuchungen an einem Stubenvogel (der im Deutschen als "Japanisches Mövchen" bekannt ist). Die Finkenart ist bekannt für ihren vielfältigen Gesang, den Vogeleltern an ihren Nachwuchs weitergeben. Die Forschenden haben in der statistischen Struktur des Vogel-Gesangs eine Ähnlichkeit mit menschlichen Sprachen gefunden.

Bei allen Sprachen ist es so, dass manche Wörter sehr häufig sind und viele sehr selten - die Verteilung folgt dabei einem mathematischen Gesetz. Genau diese Verteilung lässt sich auch in den Finken-"Wörtern" finden - den einzelnen Tonfolgen. Eine frühere Studie (von Teilen des Teams) hat dieses System auch bei Buckelwal-Gesängen gefunden.

Die Forschenden sagen: Diese mathematische Verteilung könnte menschlichen und tierischen Babys beim Lernen von Sprache helfen - wenn sie lernen, wo "Wörter" anfangen und enden. Die Vermutung des Studienteams ist jetzt, dass sich das Ganze schon bei einem gemeinsamen Vorfahren von Mensch, Fink und Wal entwickelt haben könnte, vor Hunderten Millionen von Jahren. Das würde tierische Kommunikation und menschliche Sprache näher zusammenbringen.