Die Neuauswertung hunderter Studien zum Thema hat aber ergeben: Der Erfolg von Spermien hängt oft von Kooperation statt Konkurrenz ab. Das gilt zumindest für die Arthropoden, einer großen Tiergruppe, zu der Spinnen, Krebse und Insekten gehören. Evolutionsforschende in den USA, Ungarn und Italien schreiben dazu im Fachmagazin Nature Communications, dass die Spermien von Arthropoden meistens zusammenarbeiten, um die Chance auf Befruchtung zu erhöhen. Dazu schließen sie sich in Zellverbünde zusammen und verhalten sich wie ein Team beim Rudern auf dem Wasser: Gemeinsam bewegen sie sich schneller und koordinierter.
Bisher galt das Kooperieren von Spermien als Randerscheinung bei einzelnen Arten - es ist laut Studie aber weit verbreitet und hat sich evolutionär immer wieder durchgesetzt. Die Erkenntnis könnte auch für die Fruchtbarkeitsforschung bei Menschen nützlich sein, wo es bisher eher um die Fitness einzelner Spermien statt die Gruppe geht.
