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Mal eben eine neue Sprache, beziehungsweise eine sprachenähnliche Kommunikation erfinden - das können schon Vierjährige.

Das ist das Ergebnis eines Experiments von drei Psychologen der Uni Leipzig und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie. Darin sollten immer zwei Kinder zwischen vier und acht Jahren miteinander kommunizieren. Ein Kind sollte dem anderen Bilder erklären, durfte dabei aber nicht sprechen. Für die Kinder war das kein Problem: Mithilfe von Gesten erklärten sie Begriffe wie Fahrradfahren oder Haare bürsten. Wenn die Rollen vertauscht wurden, benutzte das Kind, das vorher raten musste, die gleichen Gesten. Im Verlauf des Spiels wurden die Gesten immer abstrakter, wurden aber trotzdem verstanden. Die Forscher berichten, dass die älteren Kinder sogar grammatische Strukturen für ihre Gesten benutzten, um darzustellen, ob etwas groß oder klein war oder ob die Katze den Affen jagt oder andersrum.

Sogar abstrakte Begriffe wie Leere oder Nichts konnten die Kinder in ihrer selbst entwickelten Zeichensprache erklären. Und das in weniger als einer halben Stunde. Die Psychologen sagen: Sie konnten dabei zusehen, wie Sprache entsteht.

In späteren Experimenten konnten Dreijährige das auch. Sie brauchten aber mehr Hilfe der Studienleiter.