Ob sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland zu oft krankschreiben lassen, darüber ist zuletzt viel diskutiert worden - auch weil Bundeskanzler Friedrich Merz in diesem Zusammenhang die telefonische Krankschreibung in Frage gestellt hat.

Forschende der Unis Mannheim und Heidelberg haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt, die Studieliegt als Preprint vor. Dafür wurden fast 2.000 Beschäftigte befragt. Dabei gaben gut zwei Drittel der Befragten an, im letzten Jahr trotz Krankheit gearbeitet zu haben. Dagegen ließ sich nur etwa ein Drittel krankschreiben, obwohl er oder sie eigentlich hätte arbeiten können. Die Forschenden sagen, dass die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung dabei keine entscheidende Rolle spielte. Vielmehr gingen die Menschen nicht zur Arbeit, weil die Arbeitsbedingungen sie belasteten – zum Beispiel wegen Stress, Druck oder Konflikten.

Die Forschenden empfehlen: Die Politik sollte sich vor allem mit den Arbeitsbedingungen beschäftigen, um Fehlzeiten wirksam zu reduzieren.