Autarke Fischfangeinrichtungen - sogenannte Fischsammler oder Lockbojen - sind ein großes Problem für die Weltmeere.

Wie groß, hat ein internationales Forschungsteam jetzt zum ersten Mal umfassend untersucht. Fischsammler sind Flöße, von denen Netze bis zu 100 Meter tief nach unten hängen. Die treiben frei durch die Meere und locken Fische an, die Schutz oder Schatten suchen. Per Echolot können die Fischer feststellen, ob sich unter einem Floß genug Fische versammelt haben. Dann ziehen sie das Netz zu. Ziel sind vor allem Thunfische, aber in den Netzen verfangen sich auch Schildkröten, Rochen oder Haie. Außerdem werden auf diese Art ganze Schwärme von Thunfischen gefangen, was die Bestände nachhaltig gefährden kann.

Die Forschenden gehen davon aus, dass jedes Jahr bis zu 150.000 von diesen autarken Fischsammlern ausgesetzt werden - und sie konnten nachweisen, dass sie oft Tausende Kilometer weitertreiben - auch in Schutzgebiete. Sie haben Lockbojen in mehr als der Hälfte aller Meeresschutzgebiete weltweit gefunden und mehr als 6.000 Fälle dokumentiert, in denen sie auf Korallenriffen oder Atollen gestrandet sind und zu Meeresmüll wurden. Darin sehen die Forschenden das größte Problem.

Betroffen sind vor allem der Zentralpazifik, der Indische Ozean rund um die Seychellen und die Malediven und auch die Karibik, obwohl die weit entfernt liegt von Fischereigebieten. Die Forschenden fordern unter anderem, die Zahl der Fischsammler zu begrenzen und sie zu kennzeichnen, damit man die Fischereikonzerne dazu verpflichten kann, ihren Müll selbst wegzuräumen.