Sein oder Nichtsein? Es braucht nicht viele Worte, um existenzielle Fragen zu stellen.
Aber: Das Wort, das hinter dieser Frage steht - "Sein" - darüber kann man schon viel sagen - zumindest wenn es nach einem Linguisten der Uni Passau geht. Der hat jetzt eine 1300 Seiten dicke Forschungsarbeit veröffentlicht über das Wort "Sein" - beziehungsweise darüber, wie Sprachen in der Welt damit umgehen.
Darin werden Sprachen beschrieben, wo "Sein" in Sätzen oft weggelassen wird - etwa im Ungarischen. Ein weiteres Beispiel ist eine Sprache von einer indigenen Gruppe, die in Paraguay lebt. Wenn diese Menschen beispielsweise sagen wollen "Du bist eine Frau", dann sagen sie nicht "du bist" - sprich, sie nutzen nicht das Verb "Sein"-, sondern verändern das Wort Frau.
An dem mehrbändigen Werk über das Wort "Sein" waren 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt beteiligt.
