Menschen, die als Frühchen mit sehr wenig Gewicht oder deutlich vor dem Geburtstermin auf die Welt kommen, hätten früher wenig Chancen gehabt.

Heute haben Frühgeborene durch die Fortschritte in der Medizin aber gute Chancen auf ein gesundes und erfülltes Leben als Erwachsene. Das ist ein Ergebnis einer Langzeitstudie im Fachblatt Jama Pediatrics, mit Teilnehmenden aus Bayern. Dabei haben die Forschenden die Menschen 34 Jahre lang begleitet - und vor allem ihre soziale Entwicklung beobachtet.

Dabei kam auch raus: Etwa jeder fünfte Teilnehmende, der vor der 32. Schwangerschaftswoche oder mit sehr wenig (<1.500 Gramm) Geburtsgewicht auf die Welt kam, hat Probleme als Erwachsener. Das betrifft Geld, Freundschaften und Partnerschaften - bei Menschen, die reif geboren wurden, war die Quote viel niedriger. Medizinisch betrachtet spielt da vor allem der Intelligenzquotient - IQ - eine Rolle. Der Studienleiter sagt dazu, dass der IQ vor der 33. Schwangerschaftswoche jede Woche abnimmt. Die Forschenden empfehlen deswegen, dass gerade Frühchen noch stärker in ihrer geistigen Entwicklung unterstützt werden sollten.

An der Untersuchung haben 416 Menschen teilgenommen, etwa die Hälfte davon Frühgeborene. Es handelt sich um eine der längsten Studien dieser Art weltweit.