Ungleiche Steuern haben offenbar entscheidend zur Französischen Revolution beigetragen.

Wirtschaftswissenschaftler der Rockwool Foundation Berlin haben historische Daten ausgewertet. Damals unterschied sich der Steuersatz für Salz extrem: Je nach Region lag er bei drei oder 13 Prozent. In Regionen mit besonders hohen Salzsteuern und Binnenzöllen gab es zwischen 1750 und 1789 mehr als doppelt so viele Aufstände wie in Gebieten mit niedriger Steuerlast. Außerdem beschwerten sich Menschen aus Regionen mit hohen Steuern 1789 rund 72 Prozent häufiger in Petitionen an den König über Steuern und Zölle.

Die Forscher schreiben, dass die ungleichen Abgaben den Nährboden für Unzufriedenheit schufen. Missernten, steigende Brotpreise und die Verbreitung von Ideen der Aufklärung haben diese Spannungen dann zusätzlich verschärft.

Auch während der Revolution zeigten sich die Folgen: Abgeordnete aus stärker besteuerten Regionen unterstützten häufiger weitreichende Reformen und stimmten später eher für die Hinrichtung von König Ludwig XVI.