Eine Studie des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung hat jetzt untersucht, wer an einem der größten Palästina-Solidaritätsproteste in Deutschland teilgenommen hat – nämlich an der Kundgebung "All Eyes on Gaza / Zusammen für Gaza" Ende September in Berlin, mit 60.000 bis 100.000 Teilnehmenden. Von denen haben die Forschenden rund 300 Demonstrierende befragt.
Ergebnis: Die Teilnehmenden waren nach eigenen Angaben überwiegend jung, gut gebildet und politisch links orientiert. Die Befragten sagten, dass sie mit der Demo hauptsächlich auf die Lage der Menschen in Palästina aufmerksam machen wollten und sich Frieden wünschten. Auffällig war eine gemäßigte, differenzierte Haltung: Einerseits befürworteten die Befragten mehrheitlich die Anerkennung eines palästinensischen Staates, gleichzeitig unterstützten sie aber auch den besonderen Schutz jüdischen Lebens in Deutschland.
Viele berichteten, dass sie selbst Erfahrungen mit Diskriminierung oder Polizeigewalt gemacht haben.
Deshalb sagen die Forschenden, dass das komplexe Meinungsbild der Protestierenden nicht vereinfacht dargestellt werden sollte - wie im Vorfeld der Berliner Demo. Damals war oft von Extremisten die Rede gewesen.
