Sieben Ringe an den Fingern reichen aus, um einfache Gebärdensprache in Text zu übersetzen - und zwar in Echtzeit.

Ein südkoreanisches Team hat die Ringe entwickelt und mit den Bewegungsdaten von zwei Personen trainiert. Die bekamen einen Ring an den rechten Daumen, denn der liefert die meisten Informationen, und dann noch an sechs weitere Finger. Die Technik in den Ringen misst, wie sich die Finger relativ zur Schwerkraft ausrichten und registriert Bewegungen.

Getestet wurde dann mit fünf anderen Personen. Im Fachmagazin Science Advances schreibt das Team: Die je einhundert Wörter aus der amerikanischen und internationalen Gebärdensprache, mit denen das System trainiert wurde, konnte es zu rund 90 Prozent richtig übersetzen.

Die Präsidentin des österreichischen Gehörlosenbundes findet das System zwar interessant, aber Gebärdenspräche bestehe aus mehr als nur Fingerbewegungen, sagte sie dem ORF. Zum Beispiel ist auch die Mimik zentral, um Emotionen und Nuancen zu vermitteln. Bei komplexerer Gebärden-Kommunikation dürfte das System schnell an seine Grenzen stoßen, schätzt sie.