Wenn wir schlafen, dann reaktiviert unser Gehirn Informationen, die wir vorher gelernt haben, und wiederholt sie.

So können sich Erinnerungen besser verfestigen. Deshalb ist Schlafentzug schlecht fürs Erinnerungsvermögen. Das haben Forschende aus den USA in zwei Studien im Fachmagazin Nature festgestellt. Dafür haben sie Tests mit Ratten gemacht. Zuerst wurden die Ratten durch ein Labyrinth geschickt. Dann konnten die Forschenden mit einer neuen Methode erstmals im Gehirn der schlafenden Tiere beobachten, wie sich örtliche Erinnerungen verfestigen - erkennbar an der Aktivität bestimmter Neuronen im Hippocampus. Danach haben die Forschenden untersucht, ob bei Ratten mit Schlafentzug andere Prozesse im Gehirn ablaufen, nachdem sie durch das Labyrinth geschickt wurden.

Es zeigte sich, dass bei Schlafentzug die Aktivität der erinnerungsbildenden Neuronen geringer war. In fast der Hälfte der Fälle wurde die Reaktivierung vorher gelernter Infos sogar ganz unterdrückt. Laut den Forschenden half es diesen Ratten auch nicht viel, wenn sie später Schlaf aufholen konnten - ihr Erinnerungsvermögen blieb offenbar schlechter.

Hier findet ihr die zwei Studien:
Retuning of hippocampal representations during sleep
Sleep loss diminishes hippocampal reactivation and replay