Gerade ist Kohlrabi-Zeit! Das Gemüse ist in Deutschland beliebt, braucht aber recht viel Dünger.

Der wird zum Teil energieaufwändig hergestellt oder teuer aus dem Ausland importiert. Was wäre, wenn Kohlrabi anstatt mit Kunstdünger mit menschlichen Ausscheidungen gedüngt werden?

Das haben Forschende des Leibniz-Instituts für Gartenbauwissenschaften im Gewächshaus getestet - mit Dünger aus aufbereitetem Urin und Kompost aus Trockentoiletten.

Auch für den Boden war's besser

Das Ergebnis: Im Gewächshaus wuchs Kohlrabi damit genauso gut wie mit Kunstdünger, und auch für den Boden war der recycelte Dünger besser.

Die Forschenden haben die geernteten Kohlrabi auch auf mögliche Schadstoffe aus den Ausscheidungen untersucht. Im Kompost waren zwar noch Spuren eines Antibiotikums. Das ging aber nicht aufs Gemüse über.

Bisher Düngeregeln dagegen

Die Studie zeigt: Menschliche Ausscheidungen könnten künftig als wertvolle Rohstoffe genutzt werden.

In der Praxis verhindern das in Deutschland bislang noch verschiedene Düngerregelungen. Andere europäische Länder wie die Schweiz und Österreich erlauben den Einsatz von Düngern aus aufbereitetem menschlichem Urin schon.