Genetik

Inzest hat positiven Effekt auf das Erbgut von Berggorillas

In Zentralafrika leben nur noch ein paar hundert Berggorillas.

Die Auswahl bei der Partnersuche ist also ziemlich eingeschränkt - und es kommt häufig zu Inzest. Eigentlich geht man davon aus, dass Inzest den Fortbestand einer Art bedroht. Aber: Britische Wissenschaftler beschreiben im Journal Science auch einen positiven Effekt auf das Ergbut. Die Forscher haben das Genom von 13 Östlichen Gorillas - das ist die Unterart, zu der die Berggorillas gehören - komplett sequenziert. Dabei stellten sie fest, dass deren DNA deutlich weniger gefährliche Mutationen enthält als das Erbgut Westlicher Gorillas, einer anderen Unterart. Die Wissenschaftler erklären das so: Die Mutationen befinden sich nur auf einem Chromosom - und das andere funktioniert, weshalb die Mutation nicht tödlich ist. In einer kleinen Population steigt aber das Risiko, dass Berggorillas, die sich paaren, beide Träger der Mutation sind. Bei ihren Nachkommen steigt also die Gefahr, dass sie an der Mutation sterben - was aber den positiven Effekt hat, dass sie nicht weitergegeben wird. Die Berggorillas, die es noch gibt, scheinen also besonders widerstandsfähig zu sein.