Diamant ist nicht gleich Diamant - und das liegt nicht nur an seiner Größe, sondern auch daran, wo er entstanden ist.

Denn große berühmte und teure Steine wie der blaue Hope-Diamant und der farblose Cullinan sind fast dreimal so tief im Erdmantel entstanden wie "normale" Diamanten. Das zeigt eine Untersuchung, die zwei Forscher jetzt auf einer Geochemie-Konferenz im Netz vorgestellt haben. Sie haben zwar nicht die berühmten Steine untersucht, aber zwei andere große Exemplare des jeweils gleichen Typs.

Diamanten aus fast 7.000m Tiefe

Dafür haben die Forscher die Diamanten mit Laser bestrahlt und das Licht analysiert, das gestreut und reflektiert wurde. Dabei kam raus: In den Diamanten sind kleine Einschlüsse drin mit Relikten eines Minerals (Bridgmanit), das nur im unteren Erdmantel vorkommt - also unterhalb von 660 Kilometern. Die meisten anderen Diamanten sind dagegen "nur" in rund 150 bis 200 Kilometern Tiefe entstanden.

Matthias Wurms, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten
"Dass Bridgmanit jetzt in diesen Diamanten auftaucht, heißt, dass diese Diamanten so weit unten im Erdmantel kristallisiert sein müssen. Das heißt: Die berühmtesten und reinsten Diamanten haben auch eine ganz besondere Herkunft."

Der Hope-Diamant wurde im 17. Jahrhundert in Indien gefunden und ist inzwischen in einem Museum in Washington zu sehen. Der Cullinan-Diamant wurde 1905 in Südafrika entdeckt und gilt als der größte bisher gefundene Diamant. Beim Schleifen wurde er in kleinere Steine zerteilt, von denen neun die britischen Kronjuwelen zieren.