Geoforschung

Messgeräte könnten vor Sturzfluten warnen

Nach der Sturzflut im Himalaya mit Hunderten Todesopfern ist die Frage: Wäre ein Frühwarnsystem für so etwas möglich?

Theoretisch ja, sagt Geoforscher Niels Hovius vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung. Aber dafür müssen riskante Areale wie steile Hänge, Gletscher und Gletscherseen erstmal identifiziert und dann beobachtet werden. Sowas wird in den Alpen gemacht. So wurde im Mai 2025 der drohende Abrutsch des Birchgletschers im Schweizer Kanton Wallis rechtzeitig erkannt.

So ein teurer und arbeitsintensiver Ansatz ist nicht zu stemmen für riesige Gebirgsregionen wie den Himalaya, Karakorum und die Anden, sagt der Experte. Als Alternative gibt's ein Konzept für ein automatisiertes Frühwarnsystem vor Sturzfluten: Dabei sollen spezielle Messgeräte oberflächliche Erschütterungen - wie Felsstürze, Gletscherabbrüche und auch Sturzfluten - erkennen und genau lokalisieren. Damit könnte der Verlauf von Flutwellen vorhergesagt werden. Allerdings müsste dafür das Messnetz in vielen gefährdeten Regionen verfeinert werden - und dafür bräuchte es Finanzierung durch internationale Geldgeber.