Eins der größten Ereignisse dieser Art fand vor rund 60.000 Jahren statt, hat jetzt ein internationales Geologie-Team entdeckt. Die Forschenden schreiben im Fachmagazin Science Advances, dass damals vor der Küste Marokkos mehr als 160 Kubikkilometer Schlamm und Geröll in den Atlantik rutschten - diese Masse könnte fast zwei Mal den Genfer See füllen. Am Ende reichte der Pfad von Erosion und Zerstörung rund 2.000 Kilometer in den Atlantik hinaus.
Das konnten die Forschenden anhand von mehr als 300 Sedimentbohrkernen feststellen. So konnten sie auch rausfinden, wie diese sogenannte Unterwasser-Rutschung damals entstanden und gewachsen ist: Sie schreiben, dass der Anfang überraschend klein war - nämlich nur 1,5 Kubikkilometer - und die Untersee-Lawine dann drastisch an Volumen zugenommen hat. Im Laufe der Rutschung wuchs sie auf mindestens auf das 100-Fache ihrer ursprünglichen Größe an. Also ähnlich wie an Land bei Geröll- oder Schneelawinen. Bisher dachte man, dass große Unterwasser-Lawinen auch schon groß beginnen.