Es soll das tiefste Loch werden, dass jemals in die Erde gebohrt wurde.

Ein US-amerikanisches Startup-Unternehmen, das von Forschenden der Tech-Uni MIT gegründet wurde, hat nach eigenen Angaben vor, 20 Kilometer in die Tiefe zu bohren. Das Unternehmen hat dafür mittlerweile mehr als eine halbe Milliarde Euro zusammen. Ziel ist, in der Tiefe Geothermie anzuzapfen, also Erdwärme, um damit Energie zu erzeugen, die so nachhaltig ist wie Sonnenenergie oder Windenenergie. Der erste Schritt ist jetzt, unter Laborbedingungen erstmal zehn Meter zu bohren, und in den nächsten zwei Jahren einen Kilometer. Bis die 20 Kilometer erreicht sind, wird es also noch eine ganze Weile dauern.

Die bisher tiefsten Bohrlöcher der Erde sind etwa 12 Kilometer tief. Zwei sind in Russland, eins ist in Katar. Das US-Startup will tiefer kommen, indem es besonders leistungsstarke Röhren (Gyrotons) in die Erde treibt. Die müssen zum einen Gesteinsschichten aufbrechen und zum anderen eine Erdwärme von 500 Grad aushalten.

Das tiefste noch aktive Bohrloch der Welt befindet sich in Deutschland, in der Nähe von Nürnberg. Dort wurde in den 1990er Jahren gut 9 Kilometer in die Erde gebohrt. Das Loch wird dafür genutzt, geologische Experimente zu machen und Messinstrumente zu testen. In der Tiefe ist der Luftdruck extrem hoch und es ist 280 Grad heiß.