Von der Wikipedia bis zu den Geschichtsbüchern: Wenn das stimmt, muss jetzt alles umgeschrieben werden.

Denn ein Professor der Universität East Anglia in England sagt, dass einer der bekanntesten Gewaltmärsche der englischen Geschichte gar nicht stattgefunden hat. Es geht um England im Jahr 1066. Der neue angelsächsischer König Harold Godwinson ist gerade an die Macht gekommen; seine Legitimation: fragwürdig. Die europäische Konkurrenz wittert eine Chance: Die Norweger greifen von Osten an, die Normannen vom Südwesten. Weil das angelsächsische Heer nicht an zwei Stellen gleichzeitig sein kann, schlagen sie erst die Norweger im Osten, müssen dann aber innerhalb von nur zehn Tagen 320 Kilometer zurücklegen, um die Normannen im Südwesten aufzuhalten. Und das soll - so die bisherige Annahme - zu Fuß durch einen Gewaltmarsch passiert sein.

Quatsch - sagt der Professor - die sind nicht gelaufen, sondern per Schiff gekommen. Ihm zufolge wurden mittelalterliche Quellen falsch interpretiert. Am Ende kam die Armee trotzdem zu spät - die Normannen waren schneller, die Verteidigung der Angelsachsen konnte nicht standhalten, die Schlacht ging verloren und die Herrschaft der Normannen in England begann.