Zu dem Schluss kommt eine große internationale Studie, die im Fachmagazin The Lancet Diabetes & Endocrinology erschienen ist. Weltweit haben rund 44 Prozent der über 15-Jährigen mit Diabetes keine Diagnose. Das gilt besonders oft für jüngere Erwachsene, obwohl gerade sie ein höheres Risiko für langfristige Komplikationen haben.
Regional gibt es große Unterschiede: Am häufigsten wird die Krankheit in Nordamerika erkannt. In der asiatisch-pazifischen Region mit hohem Einkommen - also zum Beispiel in Australien oder Singapur - werden die meisten der diagnostizierten Menschen behandelt. Die Blutzuckerkontrolle funktioniert vor allem im südlichen Lateinamerika gut. Besonders schlecht sieht es dagegen in Zentralafrika südlich der Sahara aus: Dort wissen weniger als 20 Prozent der Betroffenen überhaupt von ihrer Erkrankung.
Von den Menschen mit einer Diagnose nehmen zwar fast alle (91 Prozent) Medikamente. Aber gerade einmal rund 40 Prozent von ihnen erreichen damit optimale Blutzuckerwerte. Unterm Strich bedeutet das: Global hat gerade einmal jeder Fünfte Diabetes-Betroffene seine Krankheit wirklich gut im Griff.
Die Forschenden sehen darin ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Bis 2050 könnten 1,3 Milliarden Menschen weltweit mit Diabetes leben. Die Weltgesundheitsorganisation will bis 2030 mindestens 80 Prozent der Fälle erkennen.
