Es wird gebrüllt, gepöbel und zugeschlagen und zwar fast täglich - so geht es in Deutschland in Notaufnahmen, Arztpraxen und Rettungswagen zu.
Das belegt eine Umfrage des Deutschen Ärzteblatts mit mehr als 1600 Teilnehmenden aus dem medizinischen Bereich. Zwei Drittel der Befragten haben demnach bereits selbst Gewalt erfahren. Hotspots sind Wartebereiche und Anmeldungen, Notaufnahmen und Stationen. Die Täter sind in der Regel männlich und handeln allein. Oft wird gepöbelt, aber in rund der Hälfte der Fälle kommt es zu körperlicher Gewalt - und zwar teilweise so krass dass ein Zehntel der Betroffenen danach berufsunfähig ist, ein Viertel ist für kurze Zeit beeinträchtigt.
Medizinisches Personal fordert deswegen Rückzugsräume, Fluchtwege und Notrufsysteme, um sich zu schützen. Der Präsident der Bundesärztekammer will aber vor allem, dass Täter härter bestraft werden. Dazu gibt es zwar bereits einen Gesetzesentwurf. Er findet aber, dass ein Gesetz nichts nützt, wenn nicht Polizei und Strafverfolgungsbehörden so ausgerüstet werden, dass sie das Gesetz auch durchsetzen können.
