Wenn Ochsenfrösche aus dem Winterschlaf aufwachen, ist ihr Gehirn sofort aktiv, obwohl sie noch nichts gefressen haben. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich braucht das Hirn von Wirbeltieren den Zucker Glukose aus der Nahrung, um zu funktionieren.

Die Frösche scheinen da aber einen anderen Weg gefunden zu haben. Ein Forschungsteam der Uni Missouri hat festgestellt, dass das Frosch-Gehirn bei Glukose-Mangel quasi einen Ersatz-Treibstoff herstellen kann, sogenannte Ketone. Das kann der Körper von vielen anderen Tieren und von uns Menschen auch, zum Beispiel wenn wir fasten oder lange trainieren. Allerdings werden dabei die Ketone in der Leber produziert, bei den Fröschen macht es das Gehirn selbst. Die Forschenden schreiben im Fachmagazin PNAS: Bei den Fröschen scheint es zwei eigenständige Hirnstoffwechsel zu geben, einen mit Glukose, einen mit Ketonen, der im Winterschlaf angeschaltet wird.