Wir sind gut darin, bei einem kurzen Blick schnell zu kapieren, was Sache ist. Und das gilt offenbar nicht nur für Situationen, sondern auch für kurze Texte - zum Beispiel Handy-Benachrichtigungen.
Das zeigen zwei Studien von Linguisten und Psychologinnen der New York University, mit insgesamt 60 englischsprachigen Testpersonen. In nur 150 Millisekunden kann unser Hirn beim Lesen die Bedeutungsstruktur von einem kurzen Satz erfassen - in der gesprochenen Sprache wäre da gerade mal Zeit für eine einzige Silbe.
Hirnaktivitätsmessungen in den Studien haben gezeigt, dass wir in dieser kurzen Zeit nicht nur einzelne Wörter erkennen, sondern auch die sprachliche Struktur. Zum Beispiel checken wir, ob drei Wörter hintereinander ein kurzer Satz sind oder eine Aufzählung von drei Gegenständen. Und mit ein klein wenig mehr Zeit - 400 Millisekunden - korrigiert unser Hirn kleine Fehler in einem Mini-Satz, etwa einen Wortdreher. Das könnte auch erklären, warum wir solche Fehler in Texten oft gar nicht merken, sondern überlesen.