Ein Historiker der Queen’s University Belfast hat öffentliche Akten sowie private Tagebücher und Briefe analysiert. Demnach gab es im viktorianischen Zeitalter und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art stillschweigende Toleranz: Homosexualität sei in Familien, Freundeskreisen und am Arbeitsplatz oft bekannt gewesen, aber nicht offen thematisiert worden. Das habe es vielen Männern ermöglicht, ihre Sexualität im Verborgenen zu leben.
Ab den 1950er-Jahren habe sich die Haltung dann verschärft: Kirchen und Politik hätten eine moralische Debatte angestoßen, die in eine Phase offener Homophobie führte.
Homosexuelle Handlungen wurden in Nordirland 1981 legalisiert - 13 Jahre später als in England und Wales. Die Ehe für alle wurde 2019 eingeführt.
