Schimpansen, Papageien und andere clevere Tiere wirken oft so, dass sie klar kapieren, wer und was sie sind. Doch so ein Ich-Bewusstsein wissenschaftlich zu beweisen, ist nicht ganz einfach.
Ein Ansatz ist der Test mit dem eigenen Spiegelbild - doch da fallen viele clevere Tiere durch, z.B. der Goffin-Kakadu. Deswegen hat ein Team der VetMedUni Wien eine andere Methode versucht - und da haben die Kakadus jetzt ihr Köpfchen bewiesen. In dem Test mussten sie erkennen, dass der eigene Körper das physikalische Hindernis sein kann, um eine Aufgabe zu erfüllen - nämlich eine Kugel zur menschlichen Versuchsleiterin zu bringen. Das klappte nur, wenn die Vögel von einer Matte runterstiegen, an der die zu transportierende Kugel befestigt war.
So schlau wie ein Kleinkind
Zwei Kontrolltests zeigen, dass die 15 Test-Kakadus das Ganze wohl wirklich kapiert haben. Damit sind sie ähnlich clever wie menschliche Kinder ab dem zweiten Lebensjahr - das ist auch das Alter, in dem Kleinkinder das mit dem eigenen Spiegelbild verstehen.
Intelligenz ist nicht gleich Intelligenz
Die Forschenden sagen: Das Ich-Bewusstsein hat unterschiedliche Aspekte, und man sollte das wohl je nach Lebewesen auch unterschiedlich untersuchen. Vielleicht braucht ein Kakadu das Spiegelbild-Verständnis einfach nicht - während das mit dem Körper als Hindernis für sein Leben wirklich relevant ist.
