Der neue IGCC-Klimabericht zeigt: Die Menschheit stößt mehr Treibhausgase aus als je zuvor. Dadurch bleibt mehr Energie auf der Erde, als wieder ins All abgegeben wird. Dieses Ungleichgewicht hat sich seit den 1970er Jahren mehr als verdoppelt.
Meere besonders betroffen
Besonders deutlich zeigt sich das in den Ozeanen. Die nehmen seit den
70ern rund 90 Prozent der zusätzlichen Wärme auf. Die Folgen: Auch in
größeren Tiefen werden die Wassermassen immer wärmer. Und es gibt immer
häufiger Meereshitzewellen: Ihre Zahl hat sich seit Anfang der 1990er
Jahre mehr als verdreifacht. Letztes Jahr gab es überall an der
Ozeanoberfläche an rund 65 Tagen im Jahr solche Hitzephasen - mehr als
dreimal so viele wie früher. Auch der Meeresspiegel steigt schneller als
noch vor ein paar Jahren.
CO2-Budget bald aufgebraucht
Wenn die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden soll, darf nur
noch eine bestimmte Menge an CO2 in die Atmosphäre gelangen. Die
Forschenden warnen: Wenn es so weitergeht, ist dieses Budget in etwa
drei Jahren aufgebraucht.
Der Report "Indicators of Global Climate Change" ist eine jährlich
erscheinende Auswertung. Sie gilt als Zwischenbilanz für die Berichte
des Weltklimarats IPCC. Die kommen nur alle paar Jahre raus. Der
aktuelle Report wird heute bei der Uno-Konferenz in Bonn vorgestellt.
