Wenn ein Wal nicht gerade direkt vor einer Küste strandet, stirbt er meist da, wo er zu Lebzeiten unterwegs war: Auf dem offenen Meer. Wenn der Kadaver dann auf den Meeresboden sinkt, erblüht drumherum das Leben - denn die Überreste können jahrzehntelang ein eigenes Ökosystem versorgen.
An den jüngeren Walkadavern lebten zahlreiche Tiefseetiere wie
Würmer, Muscheln, Krebstiere und Schlangensterne. Teilweise zählten die
Forschenden mehr als 2.800 Tiere pro Quadratmeter. Viele Arten könnten
bisher unbekannt sein.
Warum gerade dort?
Warum sich ausgerechnet dort - an der Diamantina-Bruchzone im Südosten des Indischen Ozeans - so viele Walreste sammeln, erklären die Forschenden im Fachmagazin Nature: Die Region ist ein Jagdgebiet für tief tauchende Schnabelwale. Außerdem wirkt die grabenförmige Landschaft wie ein Trichter für absinkende Kadaver. Weil sich dort nur wenig Sediment ablagert, bleiben die Knochen über sehr lange Zeit erhalten.
