Eine invasive Ameisenart breitet sich in Deutschland weiter aus – und richtet massive Schäden an.

Es geht um die Große Drüsenameise Tapinoma magnum. Sie stammt urspünglich aus dem Mittelmeerraum. Inzwischen wurde sie aber auch in mehreren Bundesländern entdeckt. Nach Funden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern gibt es jetzt erstmals auch Nachweise in Sachsen. Eingeschleppt wird die Ameise vor allem über den Import mediterraner Kübelpflanzen – etwa Olivenbäume.

Die Großen Drüsenameisen können sich zu Superkolonien mit Millionen Tieren zusammenschließen. Für Menschen sind sie ungefährlich, aber für die Infrastruktur kann es problematisch werden. Die Ameisen unterhöhlen Bürgersteige und Spielplätze und sie bauen ihre Nester gerne in Verteilerkästen oder Kabelschächten und verursachen Kurzschlüsse und Materialschäden. Dadurch kann die Strom- und Internetversorgung ausfallen. Ein verdächtiger Fund sollte deshalb bei der Gemeinde gemeldet werden.

ONLINE

Am besten ist es, ein Foto dazuzulegen, denn es gibt in Deutschland über 120 Ameisenarten. Die sind schwer zu unterscheiden und die meisten sind harmlos oder sogar nützlich. Die Großen Drüsenameisen sind schwarz und zwei bis vier Millimeter groß und sie bewegen sich in breiten, mehrspurigen Straßen – anders als zum Beispiel die Schwarzen Gartenameisen. Werden die Tiere gestört, strömen massenhaft Arbeiterinnen aus dem Boden und verströmen einen intensiven Duft. Auffällig sind auch die Sand- und Erdhügel rund um die Nesteingänge.

Wirksam bekämpfen lässt sich die inavsive Ameisenart kaum. Insektizide beseitigen die Kolonien nicht dauerhaft und sind gefährlich für nützliche Insekten und das Grundwasser.