Das sagt die Initiative zur Klassifizierung der Ernährungssicherheit - IPC - in einem neuen Bericht. Demzufolge könnten mehr als 1,4 Millionen Menschen in Not geraten.
Versorgungslage war schon mal besser
Nach der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas letzten Oktober war die Versorgungslage erstmal deutlich besser geworden - diese Fortschritte sind laut dem Bericht jetzt aber in Gefahr. Denn: Hilfsorganisationen müssen ihre Lieferungen einschränken, weil Gelder fehlen.
Schon zwischen Mitte April und Ende Juni seien gut 1,2 Millionen Menschen und damit fast 60 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner in Gaza von "schwerem Nahrungsmangel" betroffen gewesen.
Israel wird immer wieder dafür kritisiert, nicht genug humanitäre Hilfe für den Gazastreifen zuzulassen. Von der israelischen Militärbehörde Cogat hieß es jetzt, der Bericht sei voreingenommen. Das israelische Außenministerium erklärte, die Einfuhr von Lebensmitteln nach Gaza würde nicht beschränkt.
Was das IPC ist
Das IPC ist ein Gremium aus Fachleuten für Ernährungssicherheit. Auf seine Berichte stützen sich unter anderem die UNO und Hilfsorganisationen. Es erfasst unter anderem, wie viele Haushalte unter extremer Nahrungsmittelknappheit leiden, wie viele Kleinkinder körperliche Anzeichen von Unterernährung zeigen und wie viele Menschen an Hunger sterben.
Ernährungsunsicherheit wird vom IPC in fünf Phasen eingestuft. Letzten Sommer gab es für Gaza die schwerwiegendste Einstufung - Hungersnot. Der Bericht jetzt stuft das ganze Gebiet auf Phase 3 ein - Akute Nahrungsmittel- und Lebensunterhaltskrise.
