Das Gesetz räumt dem Studieren von religiösen Texten quasi einen Verfassungsrang ein. Damit ist Regierungschef Benjamin Netanjahu Forderungen von seinen ultrarechten Koalitionspartnern nachgekommen. Ende Oktober wird ein neues Parlament gewählt. Vorher will Netanjahu wohl noch einige Gesetze verabschieden, für die er die Unterstützung seiner Koalitionspartner braucht. Kritik an der Abstimmung jetzt kam auch aus Netanjahus eigener Partei Likud. Ein Abgeordneter hat seinen Austritt angekündigt - er sagte, das Gesetz würde in der Praxis dazu dienen, das Befreien von der Wehrpflicht zu legitimieren.
Um die gibt es in Israel schon länger Streit. Prinzipiell gilt eine Wehrpflicht für alle - ultraorthodoxe Juden waren davon aber lange befreit. 2024 lief die Ausnahmeregel aus. Seitdem hat es immer wieder große Proteste von Strenggläubigen gegeben, tausende von ihnen wurden eingezogen und Verweigerer festgenommen.
