Italien könnte zur Atomkraft zurückkehren.

Die zweite Kammer im Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Kernenergie rechtlich wieder möglich macht – fast vier Jahrzehnte nach der Katastrophe von Tschernobyl, wonach Italien damals aus der Atomkraft ausgestiegen war.

Für das Gesetz stimmten 81, dagegen 51 Abgeordnete. Es gilt als wichtiger Schritt für Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie hatte mit steigendem Strombedarf und Kosten durch den Ukraine-Krieg argumentiert. Außerdem sollen durch die Produktion von Strom aus Kernenergie weniger Treibhausgase erzeugt und so die Klimaziele erreicht werden, sagt Meloni.

Das Land gehörte mal zu den Pionieren in Europa, was Kernkraft angeht und hatte vier Reaktoren. Nach Tschernobyl hatte ein Volksentscheid das Programm aber faktisch beendet. Das jetzt verabschiedete Gesetz erlaubt nicht direkt den Bau neuer Reaktoren. Vielmehr regelt es, wie zukünftige Kernenergie-Projekte vorgeschlagen, bewertet und genehmigt werden können.