Sexualkunde ist bei uns und in vielen anderen europäischen Ländern völlig normaler Unterrichtsstoff. In Italien sieht das anders aus: Da ist das Fach kein fester Bestandteil des Unterrichts.

Wenn italienische Schulen Sexualkunde anbieten wollen, müssen sie jetzt eine neue Regel befolgen: Die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat entschieden, dass Eltern bald zustimmen müssen, ob ihre Kinder in dem Fach unterrichtet werden dürfen. Und: In Kindergärten und Grundschulen ist Sexualkunde ab dem neuen Schuljahr sogar grundsätzlich verboten.

Dem italienischen Bildungsminister geht es auch um angebliche "Gender-Propaganda". Er meint, Schülerinnen und Schülern könnten Themen wie sexuelle Vielfalt aufgedrängt werden. Eltern würden durch das Gesetz wieder eine Stimme bekommen, wenn es um die Geschlechtsidentität ihrer Kinder geht.

Die Opposition in Italien kritisiert die neuen Regeln: Schülerinnen und Schüler würden mit Fragen zur Sexualität allein gelassen - aus ideologischen Gründen.